Stadtverband Bruchsal
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Kurz vor Beginn der Sommerferien verschaffte die CDU Bruchsal in einer öffentlichen Veranstaltung interessierten Bürgern einen Überblick über die konzeptionelle und räumliche Situation an den Bruchsaler Schulen.
In der vom stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Dr. Christian Waterkamp locker und gekonnt moderierten Veranstaltung kam zunächst Stadtrat Raimund Glastetter zu Wort und erläuterte die Konzeption der Ganztagesschule in Baden-Württemberg, die bereits u.a. in der Konrad-Adenauer-Schule in gebundener FormErfolg umgesetzt wird. Diese sieht eine Betreuung der Kinder und Jugendlichen von 7.50 – 16.10 Uhr an vier Tagen pro Woche vor – laut Glastetter ein wichtiges und gut genutztes Angebot. Oftmals kann und muss die Ganztagesschule familiäre Defizite in der Betreuung ausgleichen, so Glastetter weiter, der sich auch dafür aussprach, die Ganztagesschule im Bereich der Hauptschule als gebundene, d.h. verpflichtende Schulform auszuweisen. Daneben soll nach Vorstellung der Landesregierung der Anteil der offenen Ganztagesschulen auf bis zu 40% aller Schulen in Baden-Württemberg ausgeweitet werden und alle Schularten umfassen. Dieses Ganztagesangebot in offener Form ist freiwillig und umfasst mindestens sieben Zeitstunden an vier Tagen der Woche. Ausdrückliches Ziel der Bruchsaler CDU ist es darüber hinaus, in absehbarer Zeit mindestens eine Schule jeder Schulart in Bruchsal als Ganztagesschule anzubieten. Vor dem Hintergrund der immer wiederkehrenden Grundsatzdiskussionen über das Schulsystem – beispielsweise des aktuellen Hamburger Bürgerentscheides- bezog der langjährige Schulleiter der Konrad-Adenauer-Schule klar Stellung für den Erhalt des bestehenden differenzierten Schulsystems aus Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien in Verbindung mit weiterführenden beruflichen Schulen inclusive beruflichen Gymnasien.
Bruchsals Bürgermeister Uli Hockenberger ging in seinem Beitrag auf die räumliche Situation der einzelnen Schulen ein. Trotz jährlicher Aufwendungen von über 4 Millionen Euro besteht teils erheblicher Renovierungsbedarf.
Das Justus-Knecht-Gymnasium mit seinen über 1.500 Schülern ist derzeit auf zwei Standorte (teilweise Auslagerung auf den IU-Campus) verteilt. Ziel sei, so Hockenberger, in einigen Jahren wieder alles unter einem Dach im JKG zu vereinen und die derzeit 6-zügige Schule auf 5 Klassen pro Jahrgang zu reduzieren. Gleichwohl möchte der Bruchsaler Bürgermeister die teils erheblichen Raumprobleme nicht über eine Reduzierung der Zahl auswärtiger Schüler erreichen. Bruchsal soll Mittelzentrum bleiben, und ein Besuch der Schule in Bruchsal stärkt auch die Bindung der umliegenden Ortschaften an dieses Mittelzentrum.
Erhebliche Probleme durch eine Überlastung der bestehenden Räumlichkeiten gibt es auch an der Albert-Schweitzer-Realschule, für die sich auch durch den Neubau der Realschule Untergrombach (Nutzung ab 2011 geplant) keine wesentliche Entlastung abzeichnen dürfte.
An der Hebelschule läuft derzeit mit einem Kostenaufwand von ca. 5 Millionen Euro eine Generalsanierung, die in der Stirumschule – der zweiten innerstädtischen Grundschule- bereits durchgeführt wurde. Welche dieser beiden Schulen künftig eventuell eine Ganztagesbetreuung anbieten soll, ist derzeit noch offen, wobei die Präferenz der beiden Referenten klar in Richtung der Hebelschule ging. An der Hebelschule sind bereits durch das pädagogische Konzept sowie die Zustimmung der Schulgremien und die räumliche Situation die wesentlichen Voraussetzungen für den Aufbau einer offenen Ganztagesschule geschaffen, betonten Hockenberger und Glastetter. Darüber hinaus ist an der Hebelschule die Einführung eines Begabtenzuges vorgesehen, während an der Stirumschule aufgrund des teils schwierigen sozialen Wohnumfeldes eine Ganztagesbetreuung weiterhin wünschenswert ist. Großes Lob gab es für den Caritasverband Bruchsal, der für die Stirumschule einen Mittagstisch sowie Unterstützung für die Sprachförderung organisiert.
Insgesamt wurde den trotz hoher Temperaturen zahlreichen Besuchern klar, dass dieses eminent wichtige Thema die Kommunalpolitik dauerhaft beschäftigen und noch für einige Kontroversen sorgen wird. Die CDU Bruchsal wird sich der Thematik künftig ebenso intensiv annehmen wie dem zweiten Dauerbrenner „Innenstadtgestaltung“, zu dem es bereits vor einigen Wochen eine Informationsveranstaltung gab.
Thomas Barth